Aktuell! Europäischer Gerichtshof gewährt Widerrufsjoker für Kreditverträge ab Juni 2010 – Einsparungsmöglichkeit für Verbraucher

Ein Urteil des europäischen Gerichtshofs vom 26. März 2020 gewährt Verbrauchern ein Widerrufsrecht für ab Juni 2010 abgeschlossen Darlehensverträge aufgrund Formfehlers. Die Entscheidung des Gerichtshofs bezog sich im Einzelfall auf einen Immobiliendarlehensvertrag, kann jedoch auch auf andere Verbraucherdarlehen, wie Autofinanzierungsverträge übertragen werden.
Verbraucher haben nach Abschluss eines privaten Darlehensvertrags die Möglichkeit, diesen binnen 14 Tagen zu widerrufen. Über diese Möglichkeit, den Fristlauf und weitere Details der Ausübung müssen die Kreditgeber – für den Kunden verständlich – in den Widerrufsinformationen (früher: Widerrufsbelehrung) informieren.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat nunmehr entschieden, dass die meisten deutsche Kreditverträge ab Juni 2010 diese Voraussetzungen nicht erfüllen. Es liegt ein Verstoß gegen das europäische Gebot der „Klarheit und Prägnanz“ vor.
Die Folge einer unzureichenden Widerrufsinformation bzw. Widerrufsbelehrung ist, dass die 14-tägige Frist nie zu laufen begonnen hat und der Vertrag noch heute widerrufen werden kann. Das gilt für Verträge, die zwischen Juni 2010 und heute abgeschlossen wurden. Ein uneingeschränktes Wiederrufrecht gilt jedenfalls für Verträge, die zwischen dem 11. Juni 2010 und dem 20. März 2016 geschlossen wurden. Verträge, die ab dem 21. März 2016 geschlossen wurden, können – bei fehlender oder fehlerhafter Belehrung – maximal 1 Jahr und 14 Tage widerrufen werden.
Nutzen Sie diese Möglichkeit, um bares Geld durch den Widerruf zu sparen!