Die CORONA-Krise und meine Urlaubsreise

Die CORONA-Krise und meine Urlaubsreise

Sie haben Ihren Urlaub bereits vor Monaten gebucht – und nun liegt der Zielort in einem Corona-Risikogebiet? Oder es sind bereits Einreisesperren verhängt oder angekündigt? Sie möchten aufgrund der aktuellen Ansteckungsgefahr lieber doch nicht verreisen? Und was passiert, wenn Sie sich schon im Urlaub befinden?

Wir beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen rund um Ihren Urlaub in der Corona-Krise:

Bei Pauschalreisen gilt:

Vor Reiseantritt besteht das Recht, jederzeit vom Reisevertrag. Geschieht dies ohne Grund, kann der Reiseveranstalter eine Entschädigung verlangen. Eine Entschädigung entfällt jedoch, wenn am Zielort unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung der Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen und diese Umstände trotz aller Vorkehrungen, nicht hätten vermieden werden können.

Solche Umstände dürften bei den Folgen des Corona-Virus zu bejahen sein, etwa, dann, wenn Einreisesperren verhängt werden, im Zielland Quarantäne nach der Einreise angeordnet wird oder auch wenn zentrale Teile der Reise (Karneval in Venedig, wichtige Sehenswürdigkeiten geschlossen) ausfallen. Die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes können ein Indiz sein, begründen jedoch für sich allein noch nicht einen außergewöhnlichen Umstand. Dies muss ggf. gerichtlich geklärt werden.

Zu beachten ist, dass sich die außergewöhnlichen Umstände auf den Zielort bzw. die Beförderung dorthin beziehen müssen. Die bloße Angst vor einer Ansteckung genügt also nicht für eine kostenfreie Stornierung.

Hinweis: auch Ihr Reiseveranstalter kann vor Reisebeginn zurücktreten: dann ist innerhalb von 14 Tagen der Reisepreis zu erstatten.

Ist die Reise bereits angetreten, und können vor Ort wesentliche Reiseleistungen nicht mehr erbracht werden, etwa wegen geschlossener Sehenswürdigkeiten, liegt ein Reisemangel vor. Wie auch bei sonstigen Mängeln muss der Veranstalter um Abhilfe gebeten werden, ist dies nicht möglich, kommt ein vorzeitiger Abbruch der Reise oder eine Minderung des Reisepreises in Betracht.

Zudem besteht ein Anspruch auf kostenfreien Rücktransport und, sollte eine sofortige Rückreise nicht möglich sein, ein Anspruch auf kostenfreie Unterbringung für längstens 3 Tage.

Wenn Sie sich aktuell in einem Hotel / auf einem Kreuzfahrtschiff befinden, das unter Quarantäne gestellt ist, besteht ein Anspruch auf Minderung des Reisepreises bzgl. des Anteils der Reiseleistung, die nicht erfüllt wird, d.h. für Ausflüge o.ä. Nicht gemindert werden die Kosten für Verpflegung und Unterbringung.

Bei Individualreisen gilt:

Hier kann die Reise nur dann kostenfrei storniert werden, wenn die Erbringung der Reiseleistung unmöglich ist, d.h. wenn z.B. das Hotel nicht erreicht oder aber der Zielflughafen nicht angeflogen werden kann, weil für das Land eine Einreisesperre verhängt wurde. Wenn aber die Reiseleistungen ohne Einschränkung erbracht werden können und „nur“ die Angst vor einer Ansteckung vorliegt, besteht kein Anspruch auf eine kostenlose Stornierung.

Hinweis: falls Sie bei ausländischen Unternehmen direkt gebucht haben sollten, kann ausländisches Recht mit anderen Regelungen Anwendung finden.

Sollten Sie betroffen sein, ist grundsätzlich zu empfehlen, sich mit dem Reiseveranstalter in Verbindung zu setzen und über die Möglichkeit eines kostenfreien Rücktritts bzw. ggf. einer Umbuchung zu sprechen.