Kategorie: Völkerrecht

Die militärische Intervention der NATO in Jugoslawien

Erstmals in ihrer 50jährigen Geschichte unternimmt die NATO eine militärische Intervention in einen souveränen Staat mit handlungsfähiger Regierung ohne ein entsprechendes Mandat des UN-Sicherheitsrates und ohne Zustimmung des betroffenen Staates.

Die moralisch-ethische Notwendigkeit dieser Intervention soll angesichts der massiven Menschenrechtsverletzungen im jugoslawischen Teils des Kosovo nicht in Frage gestellt werden.

Aus völkerrechtlicher Sicht stellt sich der militärische Einsatz der NATO indes als überaus problematisch dar und bedeutet für das bislang von den Grundsätzen der UN-Charta geprägte internationale Krisenbewältigungsinstrumentarium eine tiefe Zäsur.