Bundesgerichtshof verunsichert Schadensregulierungsrecht

Eine Welle von neuen Prozessen dürfte das Urteil des BGH vom 14.05.2013 – VI ZR 320/12 – abgedruckt in EBE/BGH 2013, Seite 213 auslösen:

Demnach soll auch in einem noch laufenden gerichtlichen Prozess für den Schädiger bzw. seinen Haftpflichtversicherer vorgetragen werden können, dass es angeblich eine andere Reparaturmöglichkeit „in einer mühelos und ohne weiteres zugänglichen anderen markengebundenen oder freien Fachwerkstatt“ gebe, die günstiger sei, als die dem Prozess zu Grunde liegende, wobei der BGH dies dahingehend einschränkt, dass „prozessuale Gründe, wie die Verspätungsvorschriften“ anwendbar blieben.

Gleichwohl dürfte mit diesem Urteil eine erhebliche Unsicherheit bei der Abrechnung fiktiver Schadensberechnungen verbunden sein, weil dem Schädiger bzw. seiner Versicherung selbst bei im außergerichtlichen Verfahren unbestrittener Schadenshöhe im Prozess der Einwand erlaubt sein soll, es gäbe auch noch günstigere Reparatur- oder Abwicklungsmöglichkeiten. Welche Werkstatt will dieses Spielchen, wenn es an sie vom Schädiger oder seiner Versicherung herangetragen wird, nicht mitmachen? Wo bleibt der Praxisbezug?