BGH trifft Grundsatzentscheidung zur Schadensregulierung

Mit dem Urteil vom 23.05.2006 – VI ZR 192/05 hat der BGH nun eine grundsätzliche Entscheidung darüber getroffen, wie Unfallschäden an einem Kfz reguliert werden können, wenn der Schaden nur durch einen Sachverständigen ermittelt wurde und eine Reparaturkostenrechnung nicht vorgelegt wird.

Für den Fall, dass der Zeitwert des Fahrzeugs durch die vom Sachverständigen ermittelten Reparaturkosten nicht überschritten wird, kann der Geschädigte zumindest dann auf der Basis der vom Sachverständigen ermittelten Reparaturkosten abrechnen, wenn er das Fahrzeug mindestens sechs Monate weiter nutzt. Dies gilt sogar dann, wenn er eine Reparatur nicht durchführen lässt.

Der BGH versteht diese Entscheidung ausdrücklich als Abwägung der beiderseitigen Interessen und zur Erleichterung einer praktikablen Schadensabwicklung. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass Grundlage der Entscheidung des BGH nur die Geltendmachung des Netto-Reparaturschadens, wie vom Sachverständigen ermittelt, war, d. h. ohne die Mehrwertsteuer.

Ortwin Lowack