BGH prüft Einstandspflicht des Verkäufers von Kunststoffverschlüssen für Weinflaschen im Hinblick auf die Haltbarkeit der damit verschlossenen Weine

In seinem Urteil vom 17.03.2010 – VIII ZR 253/08 – hat sich der BGH mit der Frage befasst, ob der Verkauf von Kunststoffverschlüssen für Weinflaschen zum Schadensersatzanspruch des Weinhändlers führen könne, wenn die Haltbarkeit durch die Verwendung der Kunststoffverschlüsse verringert würde.

Das Oberlandesgericht hatte noch eine Schadensersatzpflicht des Verkäufers der Kunststoffverschlüsse angenommen.

Der BGH hob diese Entscheidung aber auf, wobei er nicht grundsätzlich dazu Stellung nahm, ob Kunststoffverschlüsse tatsächlich die Haltbarkeit des Weines beeinträchtigten. Vielmehr sah der BGH eine entsprechende Zusicherung des Kunststoffverschlussverkäufers nicht als nachgewiesen an, Verschlüsse wären mit herkömmlichen Verschlüssen vergleichbar. Auch meint der BGH ergänzend, der Weinhändler habe bei der Verwendung von Kunststoffkorken eine längere, über 3 Jahre hinaus gehende Haltbarkeit der Weine nicht erwarten können.

Es wird also empfohlen, Weine mit Kunststoffkorken auf ihre Haltbarkeit zu überprüfen – und möglichst schnell zu trinken!

Ortwin Lowack